Teestunde
Queere Repräsentation - brauchen wir das?
Geschichte des CSD

Viele denken, der CSD sei nur eine große Feier für queere Menschen. Und von außen wirkt das
sicherlich auch oft so, aber der tatsächliche Zweck ist viel tiefer und bedeutsamer
CSD ist die Abkürzung für Christopher-Street-Day, welcher ursprünglich auf den 28. Juni festgelegt war. Er erinnert an den allerersten Aufstand
queerer Menschen gegen die Unterdrückung und die gewalttätigen Razzien der Polizei der queeren Community gegenüber. Insbesondere Dragqueens, sowie schwarze und lateinamerikanische Transfrauen protestierten an diesem schicksalhaften Tag und gelten daher als Ursprung des heutigen CSD.
Benannt ist der CSD dach der Christopher-Street
in New York, USA, in der der Aufstand 1969 in der Bar "Stonewall Inn" stattfand, welche wiederum
namensgebend für die Aufstände war und sie unter dem Namen "Stonewall Riots" in die Geschichte
eingehen lies.
Der erste Straßenumzug fand 1970 zum Jahrestag des Aufstands in New York statt und schlug weltweit Wellen, bis schließlich eine Tradition daraus wurde, jedes Jahr für die Rechte queerer Menschen auf die Straßen zu gehen.
Warum heute noch?
Auch wenn inzwischen über 50 Jahre seit den ursprünglichen Protesten vergangen sind und sich vieles in Hinsicht auf die Akzeptanz anderer Lebensweisen getan hat, sind wir noch lange nicht am Ziel.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Ehe für alle nur in 65 der weltweit anerkannten 195 Länder existiert? Und davon liegen über die Hälfte alleine in Europa.
Im Gegensatz dazu sind allein Handlungen im Sinne gleichgeschlechtlicher Liebe in über 40 Ländern nach wie vor illegal und werden in 8 davon mit lebenslanger Haft und in 9 sogar mit dem Tod bestraft.
Dann wiederum gibt es Länder, in denen - noch deutlicher als in allen anderen - definitiv Männer bestimmt haben, was legal und was illegal ist. Denn schon immer war lesbische Liebe ein weit verbreiteter Fetisch unter heterosexuellen Männern. Beinahe 20 Länder spiegeln genau das wider, indem dort homosexuelle Handlungen zwischen zwei Frauen legal, zwischen zwei Männern jedoch illegal sind und diese Männer teils sogar mit dem Tod bestraft werden.
Und diese Strafen sind auch kein Überbleibsel einer lang vergangenen Zeit und wurden einfach im Gesetzestext noch nicht überarbeitet, viele davon sind noch gar nicht so alt. Uganda beispielsweise hat die Todesstrafe erst 2023 frisch eingeführt. Das war vor drei Jahren. Nicht dreißig, nicht dreihundert. Drei.
Deswegen gehen queere Menschen auf die Straße. Deswegen sind sie laut. Für all diejenigen, die stumm gemacht wurden und es noch immer werden.
Und deswegen setzen wir uns als öffentliche Gemeindebibliothek für angemessene Repräsentation ein.
Weil Liebe etwas Schönes ist und um jeden Preis beschützt werden muss. Egal ob zwischen Mann und Frau, Mann und Mann, Frau und Frau oder jeder anderen Person innerhalb und außerhalb des Geschlechterspektrums.

